Lisas Freiwilligendienst in der Ukraine
SO, jetzt muss mal ein bisschen frischer Wind rein!
Seit 7 Monaten bin ich hier und habe so viel erlebt und so viele nette Menschen getroffen. Alles war noch viel besser, als ich es mir vorgestellt habe, und ich freue mich auf die verbleibende Zeit :). Bis zum 16. August!
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Bastelclub 4b – die neuesten Ideen
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Sprachlager in den Karpaten - was ich da überhaupt gemacht hab!
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Zwischenbericht II- meine Eindrücke und Gedanken über die letzte Zeit
ein paar Zeilen...
Hallo ihr Lieben,
leider kann ich im Moment gar nichts von mir berichten, weil mein Internet nicht funktioniert und ich unheimlich viel zu organisieren habe, wenn es denn mal geht. Ich hoffe, bald ist wieder alles in Ordnung. Mir geht es soweit aber gut und in der naechsten Zeit stehen noch ganz viele verschiedene Ereignisse an. Liebe Gruesse, Lisa
17. April - In ukrainischen Studentenwohnheimen müssen Besucher immer einen Ausweis vorlegen. Am Eingang sitzt dann ein Überwacher, der sorgfältig in ein Buch einträgt, wer das Gebäude wie lange betreten hat. Wenn man dort als Außenstehender bei einem Freund oder einer Freundin übernachten will, muss man sogar einen Antrag ausfüllen. Naja gut, weil deutsch sein hier ja was besonderes ist, durfte ich ohne bleiben!
15. April - Ich lebe seit fast 8 Monaten in dieser Stadt, aber den Bahnhof habe ich noch nicht gesehen! Hier hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, mit meiner Freundin Julia, die mir beim Ticketkauf geholen hat. Sie studiert Deutsch und will irgendwann Deutschlehrerin werden.
13. April - Ich war an diesem Wochenende in Kremenchug, einer Stadt in der Nähe von Kirovograd. Dort habe ich in einem Sprachlager mitgeholfen- wir haben viel gebastelt und Spiele gespielt. Bei diesem Spiel mussten wir die Kleidung vertauschen - meine "neuen", coolen Schuhe sieht man deshalb leider nicht! Am Sonntag gab es dann sogar eine Theateraufführung von "Des Kaisers neue Kleider"! Es hat echt viel Spaß gemacht und ich habe ausnahmsweise ein Mädchen gefunden, das genauso heißt wie ich- sie steht auf dem Bild links neben mir.
11. April - Die Ukrainer und ihre Vorliebe für Schlösser... Immer wenn Ukrainer ihre Liebe an einem wichtigen oder schönen Ort festhalten wollen, befestigen sie ein Schloss an einem Geländer. Das gibt es zuhauf in diesem Land und ist immer wieder ein wundersames Bild, wenn eine Brücke von Schlössern übersät ist und kaum noch Platz bleibt, um sich festzuhalten...
7. April - Noch vor ungefähr 20 Jahren durfte sich ein westeuropäischer Bürger nicht unerlaubt in der Ukraine aufhalten, er musste unter ständiger Begleitung stehen. Deswegen gab es besondere Busse mit englischsprachiger Aufschrift, die ankündigten, dass sich westliche Ausländer auf Reisen befanden. Da diese speziellen Busse seit Ende 1990 ihren Zweck verloren haben, verwendet man sie bis heute für den ukrainischen Reiseverkehr- leicht abgenutzt, aber stets funktionstüchtig und komfortabel.
6. April - Ich habe einen kleinen Osterurlaub gemacht und bin auf die Krim gefahren- die Halbinsel im Süden der Ukraine. Ernsthaft, das war wie in Italien! Ich hatte sogar Sonnenbrand... Es stehen dort genauso Palmen und "tropische" Pflanzen wie am Gardasee und auch die Meerpromenade war total chic. Natürlich alles ein bisschen touristisch ausgebaut, aber im Grundsatz genau die gleiche Atmosphäre wie im teuren Mittelmeerurlaub. Dabei hat mich der 2-Tagestrip gerade mal 50 Euro gekostet- Zugfahrt inklusive!
Hier stehe ich vor dem Livadaja-Palast. Das ist der Ort, an dem die Allierten 1945 Deutschland unter sich aufgeteilt haben und deswegen ein Platz, an dem Weltgeschichte stattgefunden hat :), dass es dort überhaupt losging mit dem Ost-West-Konflikt und der Aufteilung Deutschlands, wie sie heute ist. Ein paar Kilometer weiter steht die Datscha (Ferienhaus) des ehemaligen ukrainischen Präsidenten. Der bekommt nämlich nach seiner Amtszeit immer eine Datscha geschenkt!
1. April- Präsentationen im Landeskunde-Unterricht der 11. Klasse ist eine meiner zentralen Aufgaben. Ich spreche über Religion, Ausbildung und Umwelt und gebe den ukrainischen Schülern sozusagen einen Einblick in die deutsche Kultur und wie wir manche Probleme lösen. Das ganze findet auf Deutsch statt, doch meist muss die Lehrerin auf Ukrainisch übersetzen, weil die Kenntnisse der Schüler einfach nicht ausreichen. Für mich ist das immer die Top-Chance, über die Gegebenheiten in der Ukraine nachzufragen und dabei etwas Neues zu erfahren, das im Alltag nicht offensichtlich ist.
31. März - Diese ist eine der größten Markthallen Kievs. Es geht alles recht geordnet zu, doch abseits
der schönen Gemüsestände liegt Fleisch und Fisch offen auf den Theken und wird ungekühlt zum Verkauf angeboten. Den Geruch kann man wohl erahnen... Sonst gibt es die verschiedensten Gewürze,
Blumen und als Spezialität - orangen Kaviar. der wird in der Ukraine ganz groß geschrieben!
27. März- Ostern naht und das orthodoxe Fest fällt in der Ukraine dieses Jahr zufällig auf dasselbe Datum wie in der katholischen Kirche. In der Widerstrahl-Gruppe, also dem Treff für deutsche Kultur in meiner Stadt, wird deswegen gerade eine Osterfeier vorbereitet, zu der ein kleines Theaterstück aufgeführt werden soll. Außerdem bringen die Kinder selbstgemachte deutsche Gerichte mit und ich bin schon gespannt, was sie sich dafür überlegen. Hier bin ich mit Veronika, einer Studentin, die die Gruppe leitet.
24. März - Meine Familie ist zu Besuch und ich habe eine Luxuswoche...Es ist für mich interessnt zu hören, was ihre Eindrücke sind! Ich hatte die Löcher auf der Straße schon gar nicht mehr bemerkt, bis Christoph gesagt hat, dass er während der Busreise so nicht lesen kann...wir hatten eine echt erlebnisreiche Zeit und ich hoffe, sie haben viel Gutes aus der Ukraine mitgenommen!
22. März - Das ist ein Erinnerungsfoto an die Anfangszeiten, als es noch Farbe gab in diesem Land. Mittlerweile ist alles nur noch grau oder eben etwas weiß, wenn der Schnee mal wieder fällt. Im Moment taut nämlich alles auf und ich sehe zum ersten Mal seit vier Monaten wieder den Untergrund der Straße! Nicht mehr lange und dann kommt der heiße Sommer...
15. März - Das hier ist die beste Brotabteilung in der ganzen Stadt. Die Ukrainer sind wahre Meister, wenn es darum geht, Teigwaren zu kreieren und ich habe nach fast 7 Monaten das Gefühl, ich könnte noch tausend Sachen ausprobieren. Am allerliebsten verwenden sie Mohn oder Äpfel und Kirschen. Auch meine Gastmutter hat das voll drauf, sie bringt mir manchmal selbstgemachte, frische Teigtaschen mit Kirschen, wenn ich Besuch bekomme. Der Sammelbegriff für all diese Kleinteile ist Bulotschki und steht sogar auf den Brötchentüten drauf.
13. März - Ernsthaft, ich werde noch ein Profi für mexikanische Gerichte :). Immer wenn wir mit unseren ukrainischen und amerikanischen Freunden zusammenkommen, gibt es zum Beispiel "Burritos" oder "Empanadas" und ich bin ein richtiger Fan davon geworden. Eine amerikanische Freiwillige, die jetzt gerade ihren Heimweg in die USA angetreten hat, hat mir ihre mexikanischen Gewürze hinterlassen (so etwas kann man hier leider nicht kaufen). Jetzt stehe ich manchmal in meiner kleinen Küche und wundere mich, wie selbstverständlich sich für mich Einflüsse aus Nord- und Südamerika und West- und Osteuropa in ein Abendessen verwandeln...
11. März - Hier waren wir in einem traditionellen ukrainischen Restaurant, mit Wandbildern und Schmuck aus Holz! Natürlich gab es für uns alle Borschtsch, das ukrainische Nationalgericht: eine absolut köstliche Kohlsuppe. Ich werde versuchen, sie für euch mal zu kochen, wenn ich wieder da bin. Meine Gastmutter hat mir das schon einmal gezeigt, nur die schnellen russischen Erklärungen konnte ich da noch nicht so schnell mitverfolgen.
10. März - Hab ich euch je den Fluss Inhul gezeigt, an dem meine Stadt Kirovograd liegt? Hier ist er! Er liegt mitten im Zentrum meiner Stadt und lenkt mit seiner natürlichen Schönheit total ab von den grauen und maroden Gebäuden, die von der Sowjetzeit übrig geblieben sind. Für richtigen Schifffahrtsverkehr ist der Fluss zwar zu klein, aber er war der Grund, warum meine Stadt damals an dieser Stelle errichtet wurde.
8. März - Die Ukrainer sind echt cool :). Heute ist internationaler Frauentag und während man davon in Deutschland und anderen Teilen der Welt noch nicht mal gehört hat und es einen auch nicht interessiert, haben die Ukrainer an diesem "Feiertag" frei! In der Schule wurden seit Tagen Karten gebastelt und Bilder gemalt zu diesem Thema und die Blumenindustrie hat auch einen gewaltigen Schub bekommen. Es kommt mir ein bisschen vor wie Muttertag, nur eben für alle Frauen :).
4. März - Meine viele Pläne haben sich teilweise schon in die Tat umgesetzt: Diese Woche hat nicht nur ein Filmklub begonnen, zu dem alle Kirovograder kommen können, sondern auch ein Gesprächsklub in der Universität, wo wir ebenfalls auf Deutsch reden. Ich glaube, es wird sehr interessant für die Ukrainer sein, so mehr über Deutschland zu erfahren. Auf der anderen Seite kann ich aber auch viel mitnehmen:
in den Gesprächen mit den jungen Ukrainerinnen z.B. hat sich mal wieder gezeigt, dass es ihr einziger Zukunftswunsch ist, mal in Deutschland oder in den USA zu leben. Ich hatte den Eindruck, sie fügen sich damit ein in den allgemeinen Tenor, dass in der Ukraine alles schlecht ist und jeder versuchen sollte, von dort wegzukommen. Sie behaupten dann, in Deutschland wären alle viel netter, dabei waren sie noch nie da, und sie glauben, dass alles einfach ist, weil sie dann in einem Land mit mehr Wohlstand leben würden. Meistens denke ich, geht es ihnen nur um ein Leben mit mehr Geld. So hat mir zum Beispiel eine 19-jährige erzählt, dass sie vielleicht mal in der Schweiz leben und heiraten will- weil sie seit 1 Monat in Kontakt zu einem 35-jährigen Schweizer steht!
23. Februar - Ich bin wieder da! Es war eine wunderschöne, AUFREGENDE ZEIT in den Karpaten und in Kiew und ich habe neben meinen ersten Erfahrungen als Lehrerin und im Skifahren auch viele nette Menschen um mich gehabt, die ich in den nächsten Monaten bestimmt noch einmal wiedertreffen werde. Mein RUSSISCH hat einen RIESIGEN SPRUNG nach vorne gemacht und ich hab den Eindruck, der Knoten ist geplatzt :)! Jetzt kommt alles nur so aus mir heraus...
Ab jetzt bin ich für euch wieder erreichbar und die nächsten Schritte in meinem Projekt stehen an. Ich werde einige Gesprächsklubs in der Stadt gründen, in denen ich mit den Teilnehmern über alle möglichen Themen auf Deutsch reden werde, damit sie ihre Sprachkenntnisse auch mal in der Praxis ausprobieren können. Außerdem möchte ich mit meinen Kindern im Projekt anfangen zu basteln, denn die nächste wichtige Nachricht ist: 26 PAKETE SIND ANGEKOMMEN! Dazu später mehr, ich habe so viele Fotos gemacht!
PAUSE vom 1.-21- Februar: Wintersprachlager in den Karpaten und Zwischenseminar in Kiew
26. Januar - Jetzt ist es offiziell und die Vorbereitungen laufen: Ich fahre am 1. Februar in ein Wintersprachlager in die Karpaten, dem Gebirge in der Westukraine! Es wird von dem Verein "Deutsche Jugend in der Ukraine" organisiert und dauert 2 Wochen, Teilnehmer sind 40 Jugendliche im Alter von 18-25 aus der ganzen Ukraine. Das hört sich spannend and! Ich werde jeden Tag 4 Stunden Deutschunterricht zum Thema "Studieren in Deutschland" geben- die restliche Zeit verbringen wir mit Workshops zur Kultur in Deutschland, veranstalten Filmabende oder machen Exkursionen. Das Angebot habe ich durch meine Freunde Meike und Philipp bekommen, deren Arbeitsstelle in Kiew mit diesem Verein Kontakt hat. Die Karpaten sollen wunderschön sein und dann noch der ganze Schnee und viele neue Leute... ich freu mich!
23. Januar - heute steht wieder mal ein Hausbesuch an- bei meiner Deutschlehrerin Wladilena, die mich in ihr Dorf etwas außerhalb der Stadt eingeladen hat! Draußen sind es -15 Grad, aber es ist so sonnig und so schön dort... Ich habe schon zum Frühstück selbst gemachten Wein probiert und viele ukrainische Speisen gegessen, denn wie immer, wenn ein Gast im Haus ist, bemühen sich die Ukrainer um alles in der Welt, ihm eine unvergessliche Zeit zu bereiten. Das Haus ist so klein, dass die Tochter Vita auf einem Bett im Wohnzimmer schläft und der Sohn in einer Nische hinter dem Flurschrank. Weil auch Vita Deutsch über alles liebt und lernt, ist sie politisch natürlich für die Annäherung zum Westen und hat ihre Wand mit Julia Timoschenko - Wahlwerbung geschmückt :-). Die Familie spricht zu Hause auch nur Ukrainisch, obwohl das für meine Region eher untypisch ist. Selten habe ich auch jemanden getroffen, der von einer politischen Sache überzeugt ist und das zeigt. Die meisten sind von den Ausgängen der letzten Präsidentschaft einfach nur enttäuscht.
22. Januar - Endlich wollte ich wieder mit den Kindern basteln, das hatte ich so schön abgeklärt letzte Woche. Was passiert? Die Schüler haben wieder mal eine spontane Tanzaufführung, von der mir natürlich keiner erzählt hat... Deswegen hab ich den Kindern beim Umziehen geholfen und ihnen die Haare gemacht und dafür durfte ich dann nachher auch in der ersten Reihe sitzen :-)...
21. Januar -Heute gehen die Pakete auf Reisen! 67 Stück, in denen rund 800 kg Hilfsgüter sind!
Voraussichtlich werden sie im März ankommen. Wir wollen vielleicht die Stadtzeitung kontaktieren, damit sie einen Artikel über die Aktion und meine Schule verfasst, wenn es so weit ist.
Ich danke allen, die sich an der Aktion beteiligt haben - ich hätte nie mit so großer Unterstützung und Begeisterung gerechnet und es bedeutet mir sehr viel, dass sich diese kleine Idee auf so überwältigende Weise vervielfacht hat. Danke auch für die finanziellen Spenden, die den Transport ermöglicht haben. Das alles ist eine richtig große Sache, die wir selbst gestartet haben. Ich freu mich auf die Ankunft!
20. Januar- Ich habe Kontakt zur katholischen Kirche! Heute habe ich mich mit meiner Englischlehrerin aufgemacht und mithilfe des selbst gezeichneten Plans meiner Gastschwester das Gebäude gesucht. Die Kirche ist wirklich schön und könnte auch in Deutschland stehen. Dann haben wir an einem Nebenhaus bei den Nonnen geklingelt und die nette Schwester Alexandra hat uns herzlich empfangen und ins Haus eingeladen. Wir haben ihr erzählt, dass meine Paketaktion gerade stattfindet und dass wir vielleicht einige Sachen über haben (Kleidung für Erwachsene etc.), die wir gerne der Kirche spenden möchten.
Außerdem habe ich auch einiges über die Gottesdienste rausgefunden. Sie finden immer auf Ukrainisch statt, nur samstags um 6 Uhr abends auf Russisch- denn dort kommen einige afrikanische Studenten von der Flugakademie, die Russisch als Unterichtssprache haben und es auch von ganz vorne lernen mussten. Da schau ich demnächst doch mal vorbei...
18. Januar- Die pädagogische Universität (Studenten, die Lehrer oder Übersetzer werden wollen) hat mich gefragt, ob ich Ihnen für ein Projekt zur Verfügung stehen würde: Sie haben vor Jahren ein Übungsbuch herausgegeben, mit dem Studenten die Aussprache der deutschen Sprache trainieren können. Und jetzt möchten sie im Anhang eine CD veröffentlichen, auf der all die Texte des Buches von einem Muttersprachler aufgenommen worden sind. Und weil ich seit Langem die einzige Deutsche in der Stadt bin...Ich war völlig überrascht, denn dann soll sogar mein Name in dem Buch stehen und das ganze wird in einer Art Tonstudio aufgenommen (auf jeden Fall ist das der Plan). Wow!
16. Januar - Morgen sind Präsidentschaftswahlen! Seit Wochen bevölkern kleine Zelte die Straßen, in denen die Helfer der Kandidaten (insgesamt 16) Wahlinformationen verteilen. Einen Kandidaten habe ich sogar live bei einer Wahlkampfkundgebung gesehen. Es gibt hier aber nicht an jeder Straßenlaterne ein Poster, sondern nur die großflächigen Werbetafeln, die sonst von Firmen für die Werbung benutzt werden. Julia Timoschenko (auf dem Foto links) hängt in der Kiewer U-Bahn an jeder Werbetafel, die den Weg der Rolltreppe ebnen. Zwischen ihr und Viktor Janukowitsch (rechts im Bild) entscheidet sich wahrscheinlich die Wahl - doch ich bin der Überzeugung, dass sich nichts ändern wird, egal wer gewinnt, denn die Verhältnisse im Land (Korruption...) sind für die Politiker doch nur von Vorteil...
15. Januar - Weil die ukrainischen Häuser ja keine Dachrinnen haben, gefriert das runterlaufende Wasser direkt zu riesigen Eiszapfen...wunderschön!
14. Dezember - Bastelstunde mit den Kindern der vierten Klasse! Weil endlich wieder Schule ist, konnte ich die ersten Aktionen starten. Janine (meine Freundin, die mich momentan besucht) und ich haben einen Tannenbaum aus grüner Pappe gebastelt und die Kinder Kugeln und Sterne dafür und sie dann angemalt. Sie waren so begeistert (Basteln ist eben nicht Altag) und wir hatten einen Riesen-Mischmasch aus Kugeln mit Gesichtern, Schneemännern, Palmen, Blumen und Flaggen...richtig ukrainisch-deutsch also.
Schon allein die Pappe zu finden war aber eine Zufallsaktion für sich. Wir haben zahlreiche Tante-Emma-Läden im Zentrum durchforstet und mussten auch gleich feststellen, dass die Pappe hier ziemlich teuer ist, weil die Leute sich das normalerweise nicht leisten können. Die Pappe wird also wegen mangelnder Nachfrage nicht in der Ukraine hergestellt, sondern muss immer importiert werden...
10. Januar - Endlich wieder Schnee- diesmal auch ganz lieber und auch nicht so viel. Jeden Tag sehe ich hier Leute, die ihre Hunde vor den Schlitten spannen und sich dann ganz gemütlich durch die Straßen ziehen lassen :-)! Auch sonst sind die Leute gut drauf, denn es ist nicht allzu kalt und niemand friert in seinem Haus. Viel heftiger war es bei dem letzten richtigen Schneefall im alten Jahr- die Menschen sind in ihren Häusern geblieben und haben wahrscheinlich nur zum Einkaufen einen Schritt vor die Haustür gesetzt. Als der Schnee geschmolzen ist, hab ich mich in meiner Winterjacke eher gefühlt wie am Amazonas- ein reißender brauner Strom an beiden Seiten der Straße (weil es ja kein Abwassersystem gibt) und Temperaturen deutlich über Plus :-). Ach, und das bin ich vor meinem Haus.
6. Januar - ich weiß, dass es nicht schön aussieht, aber die Ukraine zeigt mir im Moment wieder mal an allen Ecken und Kanten, was sie zu bieten hat. Mittlerweile lässt sich nämlich auch das Wasser nicht mehr aus meiner Badewanne ableiten, so dass ich sie jedes Mal mit Eimer und Topf leer machen muss (wie zum Beispiel beim Waschen hier...). Ich fühle mich echt, als würde ich einen Keller auspumpen, auch wenn mich langsam schon nichts mehr aufregt, weil das Leben hier eben so ist und viele andere wohl noch mit mehr Problemen zu kämpfen haben. Meine Theorie ist, dass sich der ganze Sand von den Fliesen (die abgefallen sind), jetzt in den Rohren festgesetzt hat. Aber da das laut meiner Gastfamilie ja nie ein Problem sein würde, habe ich jetzt den Salat. Gibt es in der Ukraine Rohrreiniger?
1.-5. Januar - Winterurlaub in Lwiw und Kiew! Ich bin zusammen mit meiner amerikanischen Freundin Alia, ihrer Schwester und deren Ehemann ( die für 2 Wochen aus den USA zu Besuch waren) zu einer spontanen Reise aufgebrochen :-). Wir haben den ukrainischen Winter in seiner gemeinsten Form zu spüren bekommen und auch sonst so viele Erlebnisse gehabt, die sich ereignen, wenn man in diesem Land unterwegs ist und die Sprache nicht kann (im Westen wird eigentlich nur Ukrainisch gesprochen)... Ukrainische Nachtzüge, dreiste Taxifahrer und mehr oder weniger liebenswerte Begegnungen in ukrainischen Tante-Emma-Läden sind nur ein Teil des Ganzen. Bei all den plötzlichen Planänderungen und unverschuldeten Verspätungen haben wir aber einfach eine schöne und aufregende Zeit gehabt und ich bin froh, die Ferien so verbracht zu haben! Ein Reisebericht kommt demnächst online - im Moment schreibe ich noch daran. Nur schon mal als Vorgeschmack: es gab ukrainische Weihnachtsmärkte, einen Besuch in der Oper und meine erste Bestechung :-).
31. Dezember - новыи год!-Neues Jahr! Wir feiern in 2010 mit einem leckeren selbst gekochten Essen, der Neujahrsansprache von Noch-Präsident Viktor Juschtschenko, ein bisschen Feuerwerk und Rumgeballer von ukrainischen Männern auf der Straße, Ruslana auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew (und bei uns im Fernsehen), einer wunderschönen Pfirsichtorte und das Ganze in einem gelebten (0 Uhr/Ukraine) und gedachten (1 Uhr/Deutschland) Mitternachtsmoment! Ich hoffe, ihr hattet alle eine schöne Zeit und ich kann euch versichern, ich hab an euch gedacht! Jetzt sind es noch 8 wunderbare, aufregende Monate, die ich vor mir habe- und auf jeden einzelnen freue ich mich soooo sehr.
